Auf nach Almaty

Der letzte Abschnitt der Reise, den ich mitfahren durfte, führte uns von der russisch-kazachischen Grenze bei Semej nach Almaty. Obwohl wir eine gute Woche und 1300 km gefahren sind, haben wir nur einen Bruchteil dieses riesigen Landes erfahren. Wie könnte man auch ein Land, dass 7,5 mal die Fläche von Deutschland bedeckt in so kurzer Zeit erfassen! So begnügten wir uns damit, einzelne Abstecher von der Route zu machen, um wenigstens einen kleinen Blick auf das Land abseits der Hauptstrasse zu werfen. Wir hatten kaum Erwartungen an Land und Leute, da wir von anderen Reisenden, denen wir begegnet waren, sehr viel Wiedersprüchliches gehört haben. Und wiedereinmal sollte sich bestätigen, dass es sehr viel Freude bereitet, wenn man unvoreingenommen in ein Land einreist. Wir erlebten extrem freundliche Menschen, die uns hilfsbereit den Weg zu schönen Übernachtungsstellen wiesen, kurzerhand Gemüse schenkten oder uns vor bissigen Hunden warnten. Und auch landschaftlich gab es weit mehr zu sehen, als die berühmt berüchtigte kasachische Steppe. Wir fuhren entlang von Kiefernwäldern und kleinen Sanddünen, durch Canyons und weite Ebenen, campten an schwarzen Sandstränden, glasklaren Flüssen und in einem Bilderbuch-Canyon. Der schwarze Strand gehörte übrigens zu einem See, dessen Wasser mit einem pH-Wert von 8,5 bis 9 (Julian hat das mit einem pH Papier überprüft!) sehr viel Potential als Kurort hat. Trotz Sandsturm genossen wir ein ausgiebiges Bad in dem Wasser, dass sich eigenartig seifig anfühlte und eine kribbelnde Kälte auf der Haut verursachte.

Bei der Fahrt durch das Hinterland entdeckten wir am Strassenrand immer wieder Stände, an denen die Leute Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten verkaufen und zu unserer grossen Freude waren diese seit längerem wieder das erste Frischzeug, dass auch wirklich aromatisch schmeckte.

Bei aller Begeisterung für Kazachstan möchte ich hier auch noch eine Bitte los werden, die den Reisekomfort in diesem Land extrem steigern könnte: liebe Kazachen, bitte renoviert eure Teerstrassen, so wie sie jetzt sind, sind sie für unseren armen Capo eine wahre Tortur.

Unsere letzte Nacht bevor wir Almaty erreichten, verbrachten wir im Canyon des Ile-Flusses, dem grössten Fluss in sogenannten Siebenstromland. Neben Filmkulissen, die an arabischen Wildwest erinnern und wunderschönen Felsformen genossen wir einen feinen Grillabend am Lagerfeuer.

Als wir in Almaty eintrafen wurde mein Herz schwer. Hier sollte meine Reise mit den Jungs ein Ende nehmen. Bevor ich aber aus dem Flugzeug noch einmal das ganze Panorama der Gebirge hinter der Stadt bestaunen konnte, hatten wir noch zwei Tage Zeit um die Stadt zu erkunden. Diese wirkt im Vergleich zu den anderen Städten, die wir auf unserer bisherigen Reise in Russland und Kazachstan gesehen haben sehr weltoffe und hat viele auch etwas ältere, schöne Gebäude. Wir spazierten durch die vielen Pärke mit Springbrunnen und Kriegsdenkmälern, besuchten den riesigen Grünen Markt und genossen den Samstag Abend bei einem Musikfestival, bei dem gefühlt alle Jungen Leute der Stadt anwesend waren.

Zelten im Sandsturm

Ostkazachstan

Lagerplatz im Canyon

Weltkriegsdenkmal in Almaty

Fussgängerzone in Almaty

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