Quer durch die Türkei

Die Schwarzmeerküste

Die Schwarzmeerküste der Türkei hat mir sehr gut gefallen! Von hohen Bergen, mit Schneegipfeln und bewaldeten Hängen geht es direkt ans Meer. Eine Küstenstrasse führt durch viele Ortschaften mit einer Vielzahl von den typischen Moscheen mit mehreren ganz dünnen Minaretten. Das einzige störende war, der viele Smog aus den Kohlefeuern, mit denen alle Häuser beheitzt werden. In Trabzon hat das Motorrad von Sebastian noch neue Reifen bekommen, anschliessend fuhren wir auf direktestem Weg ans Mittelmeer. 

Felsenstadt von Göreme

Jedoch war das Wetter schneller als wir und wir besuchten die kleine Stadt Göreme um einen Tag Pause zu machen. Göreme liegt in der Gegend von Kappadokien und ist bekannt durch seine Felsformationen, in denen die Bewohner ihre Häuser gebaut haben. Auch unser Hostel hatte einen Raum, der einfach in den Felsen gehauen wurde. Der Pausentag war gut gewählt, denn es schneite den ganzen Tag. 

Schnee in Kappadokien

Der nächste Morgen war wieder schönes Wetter und wir erreichten das Mittelmeer bei Sonnenuntergang. Die Temperatur am Meer war um ein vielfaches höher und wir konnten sogar schwimmen!

Geschafft, die Mittelmeerküste

Georgien

Nachdem wir Armenien auslassen mussten, wuchs der Wunsch Georgien zu besuchen und wurde durch die Einladung vom Team Maximundo, die auf ein Freerider Projekt gestossen sind, das sich in der Aufbauphase befindet, verstärkt. Das Projekt ist unter powderproject.ch zu finden und bietet diese Jahr zum zweiten Mal Catski-Touren in Georgien an. 

Berg Ararat

Um nach Georgien zu gelangen, sind wir durch den Osten der Türkei an der Grenze entlang Armenien gefahren. Die Region um den markanten Berg Arrarat ist eine karge Hochebene, die wir bei schönem Wetter durchfahren durften. Leider gab es immer wieder Abschnitte, die Schnee auf der Strasse hatten, was unser Vorankommen sehr verlangsamte. 

Bakhmaro

Dennoch sind wir nach zwei kalten Tagen und Nächten in Bakhmaro angekommen. Durch den Schneefall der letzten Tage mussten die letzten 20 Kilometer mit dem Pistenbulli zurückgelegt werden, was uns aber nicht im geringsten störte! Anschliessend verbrachten wir fast eine Woche mit einem Team das zur Hälfte aus Georgiern und sonst aus Östreichern, Deutschen und Schweizern bestand. Wir reparierten einen Generator, da der Strom aus den Tal sehr unzuverlässig ist, kümmerten uns um ein Schneemobil und halfen an verschiedenen Ecken. Im Ausgleich dazu wurde das Schneemobil testgefahren oder mit dem Pistenbulli den besten Platz für den Sonnenuntergang gesucht. 

Schneemobil-Tour

Die Region um Bakhmaro hat uns sehr gut gefallen, besonders den Ausblick von den Schneebergen aufs Schwarze Meer war ungewohnt!

Sonnenuntergang im kleinen Kaukasus

Am Schwarzen Meer haben wir dann auch unsere letzte Nacht in Georgien verbracht, bevor es wieder zurück in die Türkei ging.

Rastplatz am Schwarzen Meer

Von Teheran zur Grenze

+In der Hauptstad vom Iran haben wir nur wenige Tage verbracht. Dabei haben wir eine moderne Fussgängerbrücke, belebte Pärke, den Bazar und die ehemalige Amerikanische Botschaft besucht. Die neue Metro steht im starken Kontrast zum Verkehrschaos auf den Strassen, das für uns bisher unübertroffen ist! Die Stadt hat einen sehr eigenen Charakter. Besonders in den Parks herrscht eine ausgesprochen gelassene Stimmung, dabei verschwindet das Kopftuch auch bei der ein oder anderen Frau, was in anderen Gegenden im Iran undenkbar ist. Auch auf einem Street Food Markt am Abend war eine freiere Stimmung einer neuen Generation zu spüren.

Teheran

Von Teheran aus, machten wir einen Abstecher zum Kaspischen Meer, und damit in eine neue Landschaft des Irans. Am Fusse des Gebirges wachsen Wälder, alles ist grün, es gibt Fischzuchten und Felder. Die Strandpromenade hat gewisse Ähnlichkeiten mit Spanien, jedoch ist der Strand meist nicht sehr idylisch.

Farbige Beleuchtung in einer Tropfsteinhöhle

Durch den Westen des Landes sind wir weitergefahren bis nach Täbris, unserem letzten Halt im Iran. Unterwegs besuchten wir eine grosse Höhle, und da keine anderen Besucher anwesend waren, haben wir eine private Führung bekommen! Über den farblichen Geschmack der Beleuchtung lässt sich disskutieren, der Rest der Höhle war dennoch sehr interessant! 

Tak e Soleyman

Einen weiteren Halt haben wir bei einer alten Feuertempelanlage Tak e Soleyman gemacht. Die ganze Anlage steht auf einem vulkanischen Sockel, in dessen Mitte Wasser aus der Tiefe aufsteigt und einen See bildet. Die Ruine in dieser sehr eindrucksvollen Landschaft ist sehr passend, man kann sich vorstellen, warum dieser Ort für einen Tempel gewählt wurde!

Auf dem Weg nach Armenien

Unser Plan war vom Iran nach Armenien und anschliessend über Georgien in die Türkei zu fahren. Auf dem Weg zur Armenischen Grenze, hat uns aber der Schnee ein Strich durch die Rechnung gemacht, und wir mussten umkehren. Daher verliessen wir den Iran Richtung Türkei. 

Unser letzter Rastplatz im Iran

Durch die Hochebene

Mitten durch den Iran zieht eine Hochebene, die mit einem Gebirge am Kaspischen Meer beginnt und sich in südliche Richtung ausdehnt. In ihr befinden sich Salzseen, die meist ausgetrocknet sind, dazwischen kleine Gebirgszüge. Isfahan befindet sich auch auf dieser Hochebene. Von Isfahan aus haben wir das kleine Dorf Abyaneh in den Bergen besucht. Es ist bekannt für seine Häuser aus rotem Lehm und seinen uralten Bräuchen, die sich in der Abgeschiedenheit erhalten haben. In den engen Gassen fühlt man sich wirklich wie in eine andere Zeit versetzt! 

Das abgelegene Dorf Abyaneh

Auf dem weiteren Weg nach Teheran besuchten wir noch die Stadt Kashan, welche für aufwändige Windtürme zur Klimatisierung der Häuser bekannt ist. Auch gibt es im nächsten Dorf eine kleine unterirdische Stadt, in welcher sich die früheren Bewohner vor Hitze und Feinden verstecken konnten. Leider ist von den 3 Stockwerken nur der oberste begehbar, dennoch kann man sich hier ein Bild vom Leben unter der Erde machen! 

Ein unterirdischer Brunnen

Einen weiteren Abstecher, bevor wir uns nach Teheran aufgemacht haben, führte an den Salzsee vor den Toren der Hauptstadt. Der „See“ ist von einer Wüste umgeben, die mit grossen Dünen zu beeindrucken weiss! Die Nacht zwischen den Dünen war einzigartig und kalt! Leider sind uns die hier weder heimische Leoparde noch Geparde über den Weg gelaufen, dafür umso mehr Kamele.

Meine Fussabdrücke in den Dünen vor Teheran

Umgeben von Dünen

Isfahan

Vom Persichem Golf führte unser Weg durch ein Ölfeld, welches eine Besonderheit aufweist. An einer Stelle tritt Naphta, ein Benzinähnliches Gemisch, aus dem Boden aus und brennt. Die Flammen sollen seit Jahrtausenden brennen! Wir sind in der Dämmerung angekommen und waren vom Anblick sehr überrascht! 

Brennende Naphtaquellen

Am nächsten Tag sind wir bis nach Isfahan gefahren. Die Fahrt führt durch trockene Gebirge und durch flache Salzebenen. Isfahan ist bekannt für einen grossen Platz, an welchen zwei Moscheen, ein Palast und der Bazar grenzen. Die eine Mosche war nur für die Angehörigen des Schahs gedacht und steht daher gegenüber des Palastes. Die zweite Mosche gilt als eine der schönsten aus der Zeit. Wir haben einen ganzen Tag auf dem Platz verbracht, wurden viel angesprochen, sind durch den Bazar geschlendert und haben die Mosche besucht. 

Mosche für die Familie des Schahs

Am Abend sind wir zusammen mit unseren Mitbewohnern aus dem Hostel an eine der Brücken von Isfahan gefahren. Leider führt der Fluss sehr selten Wasser, die Brücke ist dennoch sehr eindrücklich. Es gibt zwei Ebenen, wobei die untere aus sehr schön ausgeleuchteten Gewölben besteht. Wenn man Glück hat, treffen sich einige Iraner dort und singen traditionelle Lieder in den Gewölben!

Ein sehr edler Bazar in Isfahan

Eine Brücke über den Zayandeh-Fluss

Die unteren Gewölbe der Brücke

Richtung Persischer Golf

Eingangstor von Persepolis

Das Wochenende im Iran ist etwas ungewohnt vom Donnerstag bis Freitag. Der Freitag an dem wir in Shiras sind, ist zudem ein wichtiger Feiertag, es ist der 40. Tag nach dem Todestag vom Imam Hassan. An diesem Tag wird im ganzen Land getrauert. Die Strassen sind gefüllt mit in schwarz gekleideten Menschen, es finden Umzüge mit Trommeln und Sängern statt. Da alles geschlossen ist, sind wir aus der Stadt gefahren um das berühmte Persepolis zu besuchen.

Die Terasse von Persepolis

 Persepolis ist eine vor über 2500 Jahren gegründete Stadt, die auf einem künstlichen Plateau vor einem Hügel errichtet wurde. Übrig geblieben, sind die Grundmauern, einige Säulen, Felsengräber und sehr eindrückliche Reliefs. Die Stadt wurde von Alexander dem Grossen aus Rache zerstört. 

Ein Felsengrab

Die Stadt Shiras hat einen sehr schönen verwinkelten Bazar in dem es sehr geschäftig zu und her geht. Besonders die iranischen Pistatien haben es uns angetan! Auch im Rest der Stadt ist viel Leben vorhanden. Man wird oft angesprochen oder mit einem „Welcome to Iran“ begrüsst, dem Satz in Englisch, den jeder Iraner behrscht. 

Der Bazar von Shiraz

Nach einigen ruhigen Tagen in Shiraz haben wir uns früh auf den Weg gemacht, um den Sonnenuntergang über dem Persischen Golf zu erleben. Bei etwa 25°C Wassertemperatur war dies auch ein schönes Erlebnis! Wer hätte da gedacht, dass wir schon zwei Wochen später im Schnee stecken bleiben!

Abendstimmung in den Strassen von Shiras

Durch die Wüste

Willkommen im Iran

Mit viel Euphorie sind wir im Iran angekommen! Es ist eine der letzten grossen Grenzübergänge auf unserer Reise und wir haben sie gut überstanden. In Mashad konnten wir alle wichtige Dinge wie Geldwechseln und Einkaufen erledigen, sogar ein neues Kreuzgelenk für Capo konnte ich auftreiben und bin wieder mit vierradantrieb unterwegs! Unsere erste Etappe führt von Mashad bis Kerman durch die Wüste. Die knapp 1000 km haben wir dank der guten Strassen in drei Tagen hinter uns gebracht. Unterwegs haben wir halt gemacht an Quanaten (unterirdisches Wassersystem, das Wasser sammelt und speichert), Ruinen und kleinen Städten. Die Ruinen haben mich besonders begeistert, teilweise sind es alte Karawansereien, noch aus der Zeit der Seidenstrasse, oder Dörfer mit kleinen Burgen. Alles ist aus dem Material der Wüste gebaut, etwas lehmiger Boden mit vielen Steinen. 

Ein verlassenes Dorf wird wieder zur Wüste

Von Kerman aus haben wir den Wüstenabschnitt Lut besucht, der für seine Felsformationen bekannt ist. Die Nacht in dieser Wüste war sehr eindrücklich mit vielen Sternen, bis der fast volle Mond in orange aufgeganen ist.  Bei etwa 35° C haben wir uns am Nächsten Tag wieder durch die Berge nach Kerman verabschiedet, mit dem Ziel Shiras.

Karavanserei in der Wüste Lut

Felsformationen in der Wüste Lut

Capo in der Wüste

Turkmenistan

Das letzte Land der Stans hat es in sich. Ob man ein Visum erhält, hängt anscheinend vom Zufall ab, denn wir haben viele Reisende getroffen, die keines erhalten haben. Wir zählen zu den Glücklichen, die ein Visum erhalten haben und ersparen uns dadurch einen Umweg zum Kaspischen Meer, um mit der Fähre überzusetzen. Jedoch ist das Visum nur für den Transit des Landes gedacht, bedeutet, dass man 5 Tage Zeit hat das Land zu queren. Das alles und die Tatsache, dass es zu den Ländern mit der höchsten Repression gehört, hat unsere Erwartung an das Land sehr geschmälert.

Rastplatz in der Steppe

Die hochtechnisierte Grenze nach Turkmenistan konnten wir in etwa 3 Stunden passieren, mussten aber hohe Gebühren für die Nutzung der Strassen bezahlen. Die Strasse war dann zum Glück auch in einem guten Zustand und wir kamen gut voran. Übernachtet haben wir zwischen kleinen Hügeln in der Steppe. Die einzige Stadt, durch die wir gekommen sind ist Mary. Die Stadt ist im Zentrum wie Ashgabat, der Hauptstadt von Turkmenistan, hauptsächlich aus Marmor gebaut. Es gibt ein Theater, ein Verwaltungsgebäude, eine Mosche, eine riesige Fahne, ein grosses Hotel und einen Bernina Laden! Die Stadt wirkte sehr leer bis ich einen Platz fand, an dem ein provisorischer Markt aufgebaut war und wo sich die Leute treffen. Die Kinder aus der Schule tragen alle sehr schöne, verzierte Uniformen in der Landesfarbe Grün!

Ein fast leerer Platz mit Hotel im Hintergrund

In drei Tagen sind wir durch das Land gefahren, haben mindestens 10 Checkpoints passiert und 2$ für Tomaten ausgegeben. Wir waren reif für den Iran, in dem wir uns wieder frei bewegen können und eine ganz neue Kultur kennenlernen werden.

Das Zentrum von Mary

Khiva und Bukhara

Von Samarkand aus gibt es Nachtzüge, die nach Khiva fahren. Mit etwas Glück habe ich noch zwei Plätze am selben Abend in der „Holzklasse“ erhalten. Die Befürchtung, nur Sitzplätze zu erhalten haben sich nicht bestätigt, statt dessen konnte ich auf etwas gepolsterten Brettern in der 2. Etage schlafen. Ich habe die Fahrt sehr genossen! Der Sonnenaufgang über der Wüste war zauberhaft und die Mitreisenden wurden langsam munter. 

Eingang nach Khiva

Die Altstadt in Khiva ist von einer grossen Mauer aus Lehmsteinen umgeben. Früher war es ein Knotenpunkt in der Seidenstrasse. Dadurch gibt es einige Karavansereien, Moscheen und Bazare. Der Reiz der Stadt liegt aber in der Ursprünglichkeit innerhalb der Stadtmauern. Alle Häuser sind im alten Stil erhalten oder neu gebaut, die Gassen zwischendurch eng und verwinkelt. 

Abendstimmung auf den Gassen

Es gibt auch eine kleine Werkstatt, die Seide verarbeitet und damit Teppiche knotet! Eine Arbeit, die viel Geduld und sehr flinke Hände benötigt. Wie ich selber ausprobieren durfte.

Sonnenuntergang über der Stadtmauer

Für die Fahrt zurück nach Samarkand gab es nur Tickets einer besseren Klasse. Wir sind in einem 4er Abteil mit Matratze und Decke gelandet! Leider endete die Fahrt für uns schon um 3 Uhr morgens. 

Khiva by night

Wiedervereint mit Capo sind wir wieder durch Dörfer und Baumwollfelder nach Bukhara gefahren. Dort haben wir viele andere Reisende getroffen und gemeinsam die Stadt erkundet. Neben Moscheen und Karavansereien gibt es in Bukhara einen schönen zentralen Platz mit einem Teich, an dem man wunderbar Pause machen kann. Viel mehr lies das Wetter mit über 30°C auch nicht zu. 

Die kleine Mosche in Bukhara

Nach 4 Tagen in Bukhara verliessen wir Uzbekistan ebenso problemlos wie wir eingereist sind und machen uns auf den Weg durch Turkmenistan.

Und die grosse Iranschule in Bukhara