Unser Abstecher in den mongolischen Teil der Wüste Gobi beginnt in Dalanzadgad, in dem Moment als wir von der Teerstrasse abfahren ohne zu wissen, wann wir das nächste Mal wieder eine solche Strasse sehen werden. Wir haben uns mit Wasser, Essen und Bezin so eingedeckt, dass wir über mehrere Tage auf uns allein gestellt auskommen können. Fünf Tage fuhren wir quer durch die Wüste, manchmal war es eine erstaunlich leichte Reise, an anderen Tagen bissen wir uns an den schlechten Pisten und dem vielen Offroadfahren beinahe die Zähne aus. Aber zu jeder Zeit hat uns die Landschaft um uns so fasziniert, dass wir beim Anblick dieser Naturwunder alle Mühen vergessen haben.
In diesen Tagen durchfuhren wir weite Steinwüsten, Dünenfelder, enge Canyons und Gebirgstäler und weite Hochebenen. Wir durchquerten unezählige ausgetrocknete Flussbetter, besuchten kleine Nomadendörfer, suchte nach Wüstenseen, die sich aber als ausgetrocknet erwiesen und bestaunten jeden Abend den Sternenhimmel. Erstaunt hat uns auch die Vielfallt der Tiere und Pflanzen wie zum Beispiel die vielen Raubvögel (Adler, Geier) und die riesigen Herden von Kamelen, Ziegen und Schafen, die sich nur von dem spärlichen Gras ernähren können. Die Natur der Gobi ist absolut einmalig und ihre Schönheit lässt sich nur schwer in Worte fassen, daher wollen wir an dieser Stelle lieber die Bilder für sich sprechen lassen.
Reise 2017
Notitzen zu Russland
Um einen Roadtripp wie unseren durch Russland zu unternehmen, müssen gewisse Dinge beachtet werden. Als erstes wird ein Visum bennötigt, das Fahrzeug muss dabei nicht im Visum vermerkt sein. Um das Visum zu erhalten, muss eine Krankenversicherung vorhanden sein, die auch für Russland gilt. Wir sind mit einem Businessvisum für 90 Tage und 2 Einreisen unterwegs. Etwas verwirrung hatten wir mit der Registrierung in Russland. Es gibt viele gerüchte und halbwahrheiten. Aus russischer quelle haben wir erfahren, dass eine Registrierung nur nötig ist, wenn man sich länger als 7 Tage an einem Ort aufhält, was in unserem Fall nicht zutrifft. Am Zoll hat auch niemand nach einer Registrierung gefragt. In Hotels wird eine Registrierung automatisch vorgenommen, nicht aber in Hostels.
Das Fahrzeug braucht ebenfalls eine Versicherung. Entweder wird diese durch die obligatorische Versicherung gedeckt, dann ist die Grüne versicherungskarte mitzunehmen. Ansonsten kann in Russland eine Versicherung abgeschlossen werden.
Übernachtet haben wir in Russland ausser in Vladivostok im Capo irgendwo an einem schönen Platz. Am Anfang war uns nicht ganz klar wie das in Russland gehandhabt wird, aber schon nach der zweiten Nacht war uns klar, dass Campen in Russland fast ein Volkssport ist. Wir haben nie eine negative Situation erlebt. Im Gegenteil wurden wir meist interessiert angesprochen aber leider ist unser Russisch zu bescheidet, um alle Fragen zu beantworten. Russland hat so viel platz, dass es an einem Gewässer immer einen Ort gibt, an dem niemand gestört wird. Es kann auch durchaus vorkommen, dass man nicht alleine ist und ein weiteres Zelt in der nähe steht.
Bezahlen kann man in Russland fast überall mit Kreditkarte. Auch in kleinen Läden hatten wir die möglichkeit mit Kreditkarte zu bezahlen. Wenn wir dennoch bar bezahlt haben, waren die 5000 Rubel Noten nicht gerne gesehen, da diese noch nicht lange im Umlauf sind.
Die Hauptstrassen in Russland sind im allgemeinen gut ausgebaut. Es wird sehr viel gebaut und instand gesetzt. Meist konnten die erlaubten 90 Stundenkilometer ohne Probleme gefahren werden. Es gibt aber immer wieder Abschnitte mit grossen Schlaglöchern und schanzenmässigen Unebenheiten die teilweise aus dem Nichts auftauchen und einen gehörig durchschütteln können. An den meisten Steigungen ist die Strasse zweispurig, um Lastwagen zu überhohlen.

Typisch russischer Platz in Chita
Sonnenuntergang am Baikalsee
Chita und der Baikalsee
In Chita angekommen gönnen wir uns nur eine kurze Pause, um die Stadt zu besichtigen. Diese verströmt den Glanz des untergegangenen Sowjetimperiums an allen Ecken. Das Herz der Stadt wird, wie könnte es anders sein, vom Leninplatz (inkl. überlebensgrossem Monument) gebildet. Rund um den Platz reihen sich wichtige Verwaltungsgebäude, viele davon vom Militär. Auch eine skurile Mischung aus Vergnügungspark und Panzermuseum liegt in direkter Nähe zum Park. Das Zentrum haben wir schnell gesehen und so fahren wir bald weiter nach Westen.
Eine blaue Oase inmitten der sibirischen Wälder, so stellten wir uns den Baikalsee vor. Und wir sollten nicht enttäuscht werden.
Zwei Tage dauerte die Fahrt über mehr oder weniger gute Asphaltstrassen von Chita nach K…. am Ostufer des Baikalsees. Blau glitzerte das Wasser zwischen den dunklen Bäumen, die an den meisten Stellen fast bis ans Ufer heran wachsen. Für uns auch ein völlig neues Bild, dass ein See von dieser Grösse noch ein praktisch unverbautes Ufer hat. Aber das Zelten scheint hier auch unter den Russen sehr beliebt zu sein. Immer wieder sehen wir bunte Zelte zwischen den Bäumen versteckt.
An einem verlassenen Kiesstrand treffen wir Sarah und Christian von Maximundo.ch wieder, mit denen wir hier die nächsten Tag verbringen. Die beiden haben wir unterwegs kurz vor Chita getroffen und haben uns nun, wie verabredet, am Seeufer wieder gefunden. Baden und Kanufahren in glasklaren Wasser, verlassene Strände, Lagerfeuer, Mononopoly, feines Essen und sogar eine symbolische 1. Augustfeier lassen die Zeit wir im Flug vergehen.
Bis zuletzt geniessen wir diesen Ort bevor wir uns am 03.08. mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf zur Mongolischen Grenze machen.
Baikal we love you!!
Von Wladivostok nach Chita
Expeditionsmässig ausgerüstet mit Proviant und Wasser für mehrere Tage machen wir uns auf den Weg. Die Strecke in Russland war bei der Reiseplanung eher als Mittel zum Zweck gedacht, sie sollte die Verbindung zwischen dem Hafen, wo die Fahrzeuge ankommen und der Mongolei, die ja eines der Hauptziele unserer Reise ist, herstellen. Die mit Schlaglöchern übersähte Strasse führt vorbei an Plattenbauten und schäbigen Fabriken. Wir kommen langsamer voran als erwartet und sehen uns schon die ganzen 4000km bis zur mongolischen Grenze im Schneckentempo fahren. Doch wie so oft auf dieser Reise hat uns Russland überrascht und begeistert. Plötzlich fuhren wir auf einer nagelneuen Strasse, vorbei an Feldern, riesigen Sumpfflächen, kleinen Moorseen; erst nach etwa vier Tagen kommen wir in die weiten Wälder, die man in Sibirien so erwartet und die landschaftlich abwechslungsreicher sind als gedacht. Das Wetter ist herrlich sonnig und warm. Entlang der Strasse findet man immer wieder Siedlungen aus kleine Hütten, die alle ihre eigenen Obst- und Gemüsegärten haben. Es scheint, als ob die Menschen hier so autark wie möglich leben. Überall wo wir anhalten, werden wir angesprochen und obwohl wir kein Russisch können und die meisten Russen kein Deutsch, sind es sehr herzliche Begegnungen. Am zweiten Tag schenken uns drei Fischer, die in der Nähe von unserem Schlafplatz an einem Moorsee angeln, sogar einen grossen Fisch. Nach zwei Tagen erreichen wir Khabarowsk, die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Ferner Osten. Die Stadt am Amur, dem grossen Grenzfluss zu China, wird von zwei riesigen Kirchen dominiert. Wir bleiben nur kurz, da es schon später Nachmittag ist und suchen uns dann nach der Stadt einen Ort zum Übernachten.
Einen Platz zum Übernachten zu finden war bis jetzt nicht besonders schwer. Das Land ist riesig und so dünn besiedelt, dass zwischen den einzelnen grösseren Städen mehrere hundert Kilometer „Niemandsland“ liegen. Unterwegs stocken wir unsere Vorräte in einem grösseren Ort auf. Die Einkaufsmeile hier besteht aus etwa sechs kleinen Geschäften, die alles, was man so braucht, verkaufen. Viele sind komplett bedient, was für uns ein wenig befremdlich aber auch sehr lustig ist. Wenn man erst mal über seinen eigenen Schatten gesprungen ist, merkt man, dass man sich auch ohne die gleiche Sprache zu sprechen, verständigen kann. Eine Tagesetappe vor Chita gelangen wir dann überraschenderweise auf eine grosse, baumlose Hochebene die sich, von riesigen Feldern durchzogen, bis an den Horizont erstreckt. Hier verbringen wir die letzte Nacht, bevor wir unser Etappenziel erreichen.


Der erste Lagerplatz

Scheinbar endlose Strassen

Verschiffen 3: Vladivostok
Nachdem man sein Fahrzeug dem Kontainer anvertraut hat, kann das Schiff, auf dem der Kontainer ist, im Netz oder mit einer App verfolgt werden (z.B. FindShip). Mit der Kontainernummer kann wie bei einem Packet der Status abgefragt werden.
Als wir am 16.07. in den Flieger nach Vladivostok stiegen, war der Kontainer in Busan und wartete auf sein nächstes Schiff. Dieses verzögerte sich leider, wodurch wir in Vladivostok etwas Zeit für Sightseeing hatten!
Für die Logistik in Vladivostok haben wir uns wieder Unterstützung von einem Unternehmen geholt. Dies aus dem einfachen Grund, dass wir kein Russisch sprechen und den Ablauf am Hafen nicht kennen. Wir haben uns für die Firma Links Ltd entschieden, da diese in verschiedenen Foren erwähnt wird und in Englisch sowie Deutsch kommunizieren kann. Dieses kleine Unternehmen hat sich auf das Verschiffen von Fahrzeugen von und nach Vladivostok spezialisiert.
Nach einem Tag in Vladivostok kam unser Kontainer an. Wir mussten jedoch einen weiteren Tag warten, bis unser BL abholbereit war. Als es so weit war, wurden wir von Svetlana von Links Ltd abgeholt und konnten bei Fesco das Dokument abholen.
Auch für den Zoll wurden von Svetlana alle Dokumente vorbereitet. Diese beinhalteten:
– Kopien von unseren Pässen und Visas
– Kopien von den Fahrzeugausweisen
– Kopien von unseren Führerscheinen
– Bilder der Nummerschildern
– Bilder der Chasisnummer
– Bilder vom Verladen
– Versicherungsnachweis für die Fahrzeuge (wurde von Links Ltd organisiert)
Alle Dokumente mussten natürlich unterschrieben werden.
Mit diesem Papierbündel verschwand Svetlana im Zollbüro. Unsere Pässe wurden kontrolliert, um unsere Anwesenheit zu bestätigen, mehr haben wir vom Zollprozess leider nicht mitbekommen. Wir waren aber sehr froh, dass alles so reibungslos geklappt hat!
Da es in Vladivostok anscheinend nicht möglich ist, den Kontainer im Hafengebiet auszuladen, dauerte es nochmals einen Tag bis wir unseren Kontainer an einem Terminal ausserhalb der Stadt wieder bekamen. Wiederum hat uns Svetlana abgeholt und zum Terminal gebracht. Das Siegel wurde geöffnet und die Fahrzeuge waren noch ganz:-D Angesprungen sind sie auch ohne Probleme und unsere Reisegruppe war vollständig!
Startschuss in Wladiwostok
Die ersten Tage unserer Reise verbachten wir mit Warten. Warten auf den Kontainer, warten auf besseres Wetter und Jetlag auskurieren. Nach 24h Reise waren wir erst mal alle sehr müde und froh, dass der Kontainer einen Tag Verspätung zu unserer Ankunft hatte. Am zweiten und dritten Tag beschlossen wir uns die Stadt anzusehen. Sowjetische Denkmäler an allen Ecken, viele teilweise auch verfallene Hochhäuser, dazwischen Kirchen mit goldenen Zwiebeltürmen.
Wladiwostok liess uns in eine Welt eintauchen, die mir bisher immer nur aus Geschichtsbüchern bekannt war.
Und dann kam der Regen. Erst leichte Schauer dann stärkere Platzregen und vor allem Nachts heftige Gewitter und Regen, der ganze Strassen in Bäche verwandelte und leider auch vor unserem offenen Zimmerfenster nicht halt machte.
Am dritten Tag konnten wir ausserdem die Hafen- und Zollpapiere erledigen und am vierten Tag wurde alles anders: der Himmel war plötzlich stahlblau, die Flaniermeile und sämtliche Kaffees erwachten zum Leben und Wladiwostok präsentierte sich von einer ganz neuen Seite. Und wir durften endlich unsere Fahrzeuge aus dem Kontainer befreien. Was für ein freudiges Wiedersehen. Es ist doch ein kleines Stück Heimat, das man nun plötzlich wieder bei sich hat.
Nun sind wir voller Tatendrang und ready to hit the road ;-).


Kontainer unterwegs

Unser Kontainer im Sueskanal!
Holland
Um die Fahrzeuge zu Verschiffen sind wir nach Holland gefahren. An einem schönen heissen Tag:

Unser Etappenziel am ersten Tag ist Arnhem. Natürlich standen wir erst einmal im Stau weil zuviele Schweizer an Auffahrt in den Europapark wollen… Ausser einem Abstecher über Frankreich, um den Stau um Karlsruhe zu umfahren, kommen wir aber gut durch. In Arnhem angekommen mussten wir erst einmal das Motorrad untersuchen, da die Batterie nicht mehr geladen hat! Zwei Stunden und ein Ersatzteil später war alles wieder in Ordnung.
Am nächsten Morgen war die Batterie aber natürlich zu leer um das Motorrad zu starten mit etwas Hilfe von Capo waren wir aber schnell unterwegs. Bei Verbruggen angekommen, mussten wir zuerst auf unseren Kontainer warten, die Zeit haben wir mit einer Pause am Rhein überbrückt.
Das Einladen und Sichern ging erstaunlich schnell. Das Motorrad wurde an verschiedenen Punkten an der Hinterwand gesichert:

Capo wurde einfach davorgestellt und an allen vier Ecken am Chassis festgezurrt. Unser Gepäck wurde komplett im Fahrzeug verstaut.

Die Tanks der Fahrzeuge sollten möglichst leer sein und die Batterie muss abgehängt werden, ansonsten gilt die Ladung als Gefahrengut und wird entsprechend berechnet.
Für den Zoll sind vor allem die Fahrzeugdaten und deren Wert wichtig. Die genaue Auflistung aller gepackter Gegenstände (6 Seiten lang!) hat aber anscheinend niemanden interessiert.
Zu Fuss begannen wir die Rückreise nach Basel und vermissten unsere Fahrzeuge mit jedem Schritt. Mit Hilfe von Bus, Autostop und Zug gelangten wir aber dennoch rechtzeitig an den Flughafen in Amsterdam und konnten den Abend am Rhein in Basel ausklingen lassen.
Verschiffen
Grundsätzlich ist es weltweit möglich, einen Container zu schicken. Auch in der Schweiz gibt es diverse Firmen, die einen solchen Versand von A bis Z durchplanen. Leider verlangen sie dafür einen stolzen Preis. Da wir diesen nicht bezahlen wollten, und es ja nur halb so spannend ist, den leichtesten Weg zu wählen, dachten wir uns, wir organisieren das Verschiffen des Containers selber.
Nach einigen Recherchen über den Ablauf und insbesondere die Grenzkontrollen hatten wir ursprünglich den Plan, nach Japan zu verschiffen. Wir erhofften uns dadurch einfachere Importbedingungen, da man über den russischen Zoll nicht nur Gutes liest. Von Japan aus wollten wir dann mit einer Autofähre via Südkorea nach Russland übersetzen.
Diese Idee hat aber, wie wir bald festgestellt haben, auch einige Nachteile: Um in Japan selber Autofahren zu können, muss der Führerausweis ins Japanische übersetzt werden und ausserdem braucht es für den Import des eigenen Autos ein spezielles Dokument. Beides kann man nur vom japanischen Automobilclub bekommen (kompliziert!). Einen weiteren Minuspunkt ist der Preis der Fähre, die mit 600$ für das Motorrad und 800$ für Capo zu Buche schlägt. Aus diesen und aus zeitlichen Gründen wurde diese Idee also wieder fallengelassen.
Auf der Suche nach einer Shipping Company war es sehr hilfreich, dass viele Häfen ihre Destinationen angeben ( http://www.transportguiderotterdam.com/ ). So kann man herausfinden, dass verschiedene Firmen von Rotterdam direkt nach Vladivostok verschiffen. Es lohnt sich, direkt viele Firmen auf einmal anschreiben, denn die meisten antworten nicht oder machen keine Geschäfte mit Privatpersonen. Wir hatten Glück, sehr schnell ein attraktives Angebot von der Firma Fesco zu bekommen. Sie sind nicht spezialisiert auf Privatkunden, haben uns aber sehr geholfen. Über Fesco wurde auch eine Firma in Holland organisiert, welche uns beim Laden des Containers hilft, und den Container anschliessend durch den Zoll bringt (http://www.verbruggentransport.nl/). Denn die Verschiffungsfirma ist nur für die Verschiffung zuständig, d.h. den Container aufladen und am Zielort wieder abladen. Der Rest muss entweder selbständig oder über einen sogenannten freight forwarder geschehen.
Nachdem nun klar ist, wie unsere Fahrzeuge reisen, gilt es nun, alles zu packen und nach Holland zum Verlad zu bringen.









